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Einzug in Jerusalem

Warum der Einzug in Jerusalem so schnell vorbei war....

Der kleine Jakob stand am Straßenrand und kaute auf einer großen Karotte herum. Er wunderte sich. So viele Leute hatte er am Weg von Jericho nach Jerusalem noch nie gesehen. Die Menschen standen in Reih und Glied und sahen erwartungsvoll die Straße hinunter. Sie wedelten mit Palmzweigen und Tüchern herum und schrien: „Hosianna! Toll! Spitze!“

Jakob sah, dass da eine ganze Gruppe von Leuten nach Jerusalem heraufkam. In ihrer Mitte ritt ein großer Mann auf einem Esel. Seine Anhänger schritten feierlich langsam voran und machten wichtige Gesichter. Der Esel trottete die Straße entlang, als ginge ihn das alles nichts an.

Gerade als der Esel bei Jakob angekommen war, blieb er stehen. Der Mann auf dem Esel tätschelte seinen Hals, aber das Tier rührte sich nicht vom Fleck. Einer seiner Begleiter streichelte ihn und flüsterte: „Komm,. lieber Esel, lass uns bloß nicht im Stich!“ Doch der Esel dachte gar nicht daran, weiterzugehen. Ein anderer der Männer schlug ungeduldig mit der Faust auf die Stirn des Esels und rief: „Wirst du wohl weitergehen, du dummes Tier?“ Doch der Mann auf dem Esel wies ihn zurecht: „Lass deine Faust bei dir, Petrus! Wenn er nicht will, dann will er nicht.“ Und der Esel wollte nicht. Er stand ganz still und glotze geradeaus nach Jerusalem. Die Hosiannarufe wurden leiser, irgendwo sagte eine Stimme laut: „Wenn dem noch nicht einmal ein Esel gehorcht!“

Da sah der Mann auf und sein Blick traf Jakob. Der Fremde lächelte ganz leise – und plötzlich wusste Jakob, was zu tun war. Er hielt dem Reittier seine halbe Karotte hin – die andere Hälfte hatte er schon gegessen. Als der Esel die Karotte sah, setze er sich plötzlich wieder in Bewegung. Jakob sprang vor dem Esel her und der folgte der Karotte. Wie schnell dieses Tier auf einmal laufen konnte! Jakob sprang den Weg hinauf, durchs Tor und mitten hinein in die Stadt. Der Esel rannte hinterher, der Mann auf dem Esel hüpfte auf und nieder und die Leute lachten und schrieen wieder: „Hosianna!“ Seine Begleiter aber blieben zuerst verdutzt stehen, dann vergaßen sie ihre würdevollen Mienen und rannten hinter dem Esel drein.

Es war wirklich ein schneller Einzug, der schnellste in all den Jahrhunderten, die die Stadt gesehen hatte. Und das war auch gut so, denn sonst hätten die Wächter vielleicht das Tor geschlossen und den fremden Mann auf dem Esel nicht eingelassen.

Später, als der Fremde längst vom Esel gestiegen war, um zu Fuß zum Tempel zu gehen, stand der störrische Esel an eine Hausecke und nagte an der halben Karotte. Jakob streichelte sein Fell und war sehr zufrieden mit sich.

Manchmal reicht eben schon eine halbe Karotte, um etwas ganz Wichtiges zu bewirken!

 

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